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Englische Wintergärten · Classic Conservatories

Der klassisch britische Wintergarten · German Quality & British Style

Viktorianischer Stil

Der viktorianische Stil im Wintergartenbau

Die englischen Wintergärten der viktorianischen Epoche

Wintergärten von „early victorian“ bis „late victorian“

In Deutschland ist ein englischer Wintergarten quasi mit einem viktorianischen Wintergarten gleichzusetzen. Ein hierzulande errichteter englischer Wintergarten läßt sich stilistisch meist der viktorianischen Epoche zuordnen. Im Mutterland dieser Stilrichtung ist es allerdings kaum anders, auch dort werden die neu errichteten historisierenden Wintergärten überwiegend im viktorianischen Stil ausgeführt. Wesentlich häufiger als in Deutschland sind auf den britischen Inseln auch georgianische und edwardianische Wintergärten zu sehen. Bei den neu errichteten Glasbauwerken vermischen sich hüben wie drüben allerdings recht häufig die einzelnen Stilrichtungen. 

Der viktorianische Stil · Die viktoriansche Epoche

Der Begriff „viktoranischer Stil“ geht zurück auf die Regentschaft der britischen Königin Victoria (1837-1901). Diese Epoche, auch als das „viktorianische Zeitalter“ bezeichnet, folgte historisch betrachtet der georgianischen Ära. Die gesamte Stilepoche der viktorianischen Ära wird insbesondere durch stilistische Zitate aus der Gotik und der Renaissance bestimmt. Auf dem europäischen Kontinent entspricht die Epoche etwa dem Historismus und wird aufgrund seiner unterschiedlichen stilistischen Schwerpunkte wie dieser - Romantischer Historismus, Strenger Historismus und Späthistorisums - in drei Phasen untergliedert. Die viktorianische Epoche beginnt mit dem frühviktorianischen Stil (the early victorian) welcher sich zeitlich etwa den Jahren von 1830 bis 1850 zuordnen läßt und als Stilmittel gerne noch auf Formen der Romanik zurückgreift. Der anschließende Zeitraum von 1850 bis etwa 1870 wird als Hoch- oder Mittelviktorianischer Stil (the high/middle victorian) bezeichnet und fällt besonders durch die Verwendung von Formelementen des Spätbarock auf. Im Wintergartenbau treten derartige Formelemente beispielsweise als korbbogenförmige Fenstersprossen auf oder als, teilweise bewußt asymetrisch ausgeformte, historisierende florale Zierelemente. Das für den Wintergartenbau wichtigste Ereignis dieser Ära ist ohne jeden Zweifel die Errichtung des Crystal Palace (Kristallpalast), der nach Entwürfen des Gärtners, Landschaftsarchitekten und Ingenieurs Sir Joseph Paxton anläßlich der ersten Weltausstellung (The Great Exhibition 1851) im Londoner Hyde Park errichtet wurde. Aufgrund der enormen Fortschritte in der Eisenverarbeitung, welche Paxtons Kristallpalast, als aus standardisierten Systembauteilen errichtetes Ausstellungsgebäude, erst möglich machten tauchen in dieser Epoche auch vermehrt feingliedrige Dekore mit gotischen Motiven oder floralen Elementen als in Massenfertigung hergestellte Standardgussteile in der industriellen Baukunst auf. Die enger werdenen Handelsbeziehungen zum asiatischen Raum (1858 - Handelsabkommen mit Japan) verstärken zudem den fernöstlichen Einfluss auf Kunst und Gewerbe, der sich in entsprechenden Zitaten (Bambusdekore, etc.) manifestiert. Dem hochviktorianische Stil folgte, im Zeitraum von 1875 bis etwa 1901, schließlich der spätviktorianische Stil (the late victorian). Dieser Zeitabschnitt stand bereits stark unter dem Einfluß der künstlerischen Reformbewegungen, wie der „Arts and Crafts Movement“ (Kunst und Handwerks Bewegung). Dem viktorianischen Stil folgte schließlich der edwardiansche Stil welcher seinen Namen, wie könnte es anderes sein, der Regentschaft König Edwards VII verdankt. Diese Epoche fällt historisch betrachtet mit dem Art Nouveau beziehungsweise der in Deutschland „Jugendstil“ genannten Stilepoche zusammen. 

Viktorianische Wintergärten, Pavillons und Orangerien

Typisch für den viktorianischen Wintergarten ist ein Grundriss mit einem halben Hexagon (Sechseck) oder Oktagon (Achteck) als Abschluß einer seiner Giebelseiten. Ebenfalls typisch sind die vielen Zitate aus anderen Epoche, wie der gotische Spitzbogen und ein in Holz oder Metallguß ausgeführtes Maßwerk aus der Gotik mit Blattmustern wie dem gotischem Drei- oder Vierpaß. Die Übergänge der einzelnen Stilepochen sind absolut fließend, gotische Stilelemente treten daher auch schon in der vorangegangenen, ausklingenden georgianischen Epoche auf. Kennzeichend für die viktorianische Ärea bleiben die vielfältigen stilistischen Zitate, hauptsächlich aus der Gotik, der Renaissance und des Barock, welche nicht selten gemeinsam in einem Bauwerk verwendet wurden. 

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Stand: 11.03.2008

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